Begegnungen einrichten: Gespräche und Dialog im Möbelhaus

11.09.2025 | Möten

»Möten« ist das schwedische Wort für »Begegnungen« und der Name eines generations- und kulturübergreifenden Begegnungsprojektes der Jumpers – Jugend mit Perspektive gGmbH, das über mehrere Monate in einem großen Einrichtungskaufhaus in Kassel-Waldau stattgefunden hat. Jumpers und IKEA organisierten als gemeinsame Gastgeber ab Januar 2024 alle zwei Wochen ein abwechslungsreiches Begegnungsangebot. Mit dabei: sowohl lokale Persönlichkeiten aus den Bereichen Politik, Sport oder Gesellschaft, die mit ihren Beiträgen in ein gesellschaftlich relevantes Thema einführten und mit den Gästen diskutierten, als auch Gruppen und Vereine, darunter soziale und kirchliche Träger ebenso wie Sportvereine.

Im Verlauf des Projekts hatten interessierte Kunden und Besucherinnen unter anderem die Möglichkeit, mit einem ehemaligen Handballnationalspieler des hiesigen Bundesligavereins über Integration durch Sport ins Gespräch zu kommen. Mit dabei war auch der Sozialdezernent der Stadt Kassel – gleichzeitig Schirmherr des Projektes –, der mit den Gästen über die Projektidee und die Bedeutung von alltäglichen Begegnungen diskutierte. Aktionen wie ein Rezepte-Tausch in der Küchenabteilung des Möbelhauses, gestaltet durch den Kochklub Kassel, oder ein Erste Hilfe-Event luden interessierte Kund/innen zum Mitmachen ein. Die Wahl der Themen und Formate hatte stets zum Ziel, auf breite Resonanz zu stoßen und auf diese Weise das »Miteinander zwischen Generationen und Nationen« anzuregen.

Da die »Möten«-Aktionen an verschiedenen Orten in der Möbelausstellung platziert wurden – Gesprächsformate fanden zumeist in der Cafeteria statt –, stellte das Projekt gleichzeitig einen Testlauf für notwendigen Abstimmungsbedarf und förderliche Rahmenbedingungen in der Kooperation von zivilgesellschaftlichen Akteuren und Unternehmen dar. So installierte IKEA feste Ansprechpartnerinnen für das Jumpers-Team, um die Abläufe und Absprachen zu verbessern. Gemeinsam wurden die Termine vorbereitet und kontinuierlich Anpassungen an den Planungen vorgenommen. So war der fixe »Möten«-Termin, donnerstags 17.00 Uhr, der sich nach einigen Wochen ergab, ein Kompromiss zwischen den »überlaufenden« Wochenendterminen und einem früheren Starttermin zu Beginn des Projektes.

Auch die Vorgehensweise bei der Gewinnung von Kundinnen und Kunden für das Projekt wurde miteinander abgestimmt. Auf diese Weise sollte ein Ausgleich zwischen dem Wunsch des Unternehmens nach einem ungestörten »Shopping-Erlebnis« und dem Interesse des Projektträgers nach einer guten Resonanz für die Begegnungsformate gefunden werden. Ergänzend zur direkten Ansprache der Kund/innen durch das Projektteam wurden im Haus »Kundenstopper« positioniert; außerdem wiesen Lautsprecher-Durchsagen und bunte Poster vor Ort auf das Projekt und seine verschiedenen Standorte im Markt hin.

Menschen, die auf dem Weg vom Arbeitsplatz nach Hause einen Zwischenstopp für einen gezielten Einkauf machen, Kund/innen, die sich durch den Markt treiben lassen, kleine Grüppchen, die zu Kaffee und Kuchen verabredet sind, Eltern mit ihren Kindern, manchmal zusammen mit den Großeltern, Menschen mit und ohne Migrationsgeschichte – der Alltagsort Möbelhaus hat sich während der Projektlaufzeit als der erhoffte Treffpunkt für einen guten Querschnitt der Gesellschaft erwiesen. Auch mit der Bewerbung des Projektes über digitale Kanäle, über Presseaussendungen oder die Website von IKEA ist es dem Projektteam gelungen, dieses Potenzial anzuzapfen und Menschen für die einzelnen Formate zu gewinnen. Dabei erwies es sich stets als förderlich, eine ausreichende Anzahl an Gästen zu aktivieren, um vor Ort auch das Laufpublikum leichter für die Aktionen zu gewinnen. Insgesamt nahmen rund 1.400 Menschen an Veranstaltungen im Rahmen von »Möten« teil.