metro_polis – Aufsuchende Demokratiearbeit in Straßenbahnen

»metro_polis« ist ein Demokratieprojekt des gleichnamigen Vereins metro polis e.V. in Dresden und Leipzig, das dort stattfindet, wo Menschen jeden Tag versammelt sind: in den Straßenbahnen der Stadt. Der Name metro_polis verbindet die zwei wesentlichen Elemente des Projekts miteinander: métro (frz. für Straßenbahn) und pólis (griech. für Stadtgesellschaft). Ziel ist es, Menschen zu den Themen in Austausch zu bringen, die sie bewegen und dabei Antworten auf folgende Fragen zu finden: Wie kann gesellschaftlicher Diskurs konstruktiv in einer Zeit der zunehmenden Verständigungslosigkeit gestaltet werden? Wie können möglichst viele Menschen daran teilnehmen? Und wie können wir aus der Vielfalt an Erfahrungen, die die Menschen in sich tragen, einen kollektiven Wissens- und Ideenschatz generieren, der durch Kooperation anstatt durch Kampf entsteht? Der Austausch findet an mehreren vom Projektteam moderierten Vierer-Sitzplatzgruppen statt, weitere Teammitglieder bewegen sich flexibel durch die Bahn, informieren neu hinzusteigende Fahrgäste über das Angebot und laden zur Teilnahme ein. 2025 soll das Projekt auf Chemnitz ausgeweitet und auch in sächsischen Regionalbahnen (Deutsche Bahn) durchgeführt werden.

Zur Website des Projektträgers metro polis e.V.

Neues aus dem Projekt

metro_polis

Als reines Gesprächsformat in Dresden gestartet kooperiert der Verein metro polis e.V. mittlerweile mit Politik und Stadtverwaltungen, für die der Verein im laufenden Straßenbahnbetrieb Rückmeldungen zu stadtpolitisch relevanten Fragestellungen einholt. Mithilfe einer eigens entwickelten App werden hierzu unterschiedliche »Fahrgastgenerationen« miteinander ins Gespräch bringt. Ideengeberin und Projekleiterin Kristina Krömer stellt in ihrem Beitrag die Methodik des Projekts vor.

Parks, Innenstädte oder Möbelhäuser sind Orte, an denen Menschen zusammenkommen – egal, ob sie sich kennen oder nicht. Doch wie kann dieses alltägliche Miteinander so gestaltet werden, dass es den Zusammenhalt fördert und unsere Demokratie stärkt? Die Stiftung Mercator hat genau diese Fragen mit dem Förderprogramm »Begegnung und Zusammenhalt« untersucht. Am 4. Dezember 2025 stellte das sozialpsychologische Forschungsteam der FernUniversität in Hagen die Ergebnisse des wissenschaftlichen Begleitmonitorings beim »Mercator Talk Demokratie« im vollbesetzten ProjektZentrum Berlin vor.

metro_polis

Das Projekt »metro_polis« initiiert im normalen Alltagsbetrieb sächsischer Straßenbahnen Gespräche zwischen den Fahrgästen. Ausgehend von der Landeshauptstadt Dresden ist der Verein metro polis e.V. mittlerweile auch in Leipzig, Chemnitz und im Regionalbahnverkehr regelmäßig mit ihren »Gesprächsabteilen« vertreten. Das Videoportrait zeigt das Vorgehen des Projektteams von der Ansprache der Fahrgäste bis zur Moderation und Auswertung der Gespräche. Es wird deutlich, warum der Fokus auf persönliche Erfahrungen so wichtig für einen gelingenden Austausch ist.

Schön war’s: Am 4. und 5. November 2024 hat im »Haus an der Redoute« in Bonn-Bad Godesberg das lang erwartete Vernetzungscamp im Förderfonds »Begegnung und Zusammenhalt« stattgefunden. Bei strahlendem Sonnenschein waren an beiden Tagen mehr als 30 gut gelaunte Menschen aus fast allen geförderten Projekten vor Ort am Start, um sich in lockerer Atmosphäre kennenzulernen und praktische Erfahrungen auszutauschen.

metro_polis

In Dresden und Leipzig fährt regelmäßig eine Straßenbahn, die fremde Menschen miteinander ins Gespräch bringt. Dann unterhalten sich Geflüchtete aus der Ukraine mit Einwanderern aus Russland oder Hooligans mit Pazifisten. Und manchmal steigt sogar ein Bundeskanzler ein.

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