Mercator Talk Demokratie: Starke Allianzen für Begegnung

04.12.2024 | Aus allen Projekten

Parks, Innenstädte oder Möbelhäuser sind Orte, an denen Menschen zusammenkommen – egal, ob sie sich kennen oder nicht. Doch wie kann dieses alltägliche Miteinander so gestaltet werden, dass es den Zusammenhalt fördert und unsere Demokratie stärkt? Die Stiftung Mercator hat genau diese Fragen mit dem Förderprogramm »Begegnung und Zusammenhalt« untersucht. Am 4. Dezember 2025 stellte das sozialpsychologische Forschungsteam der FernUniversität in Hagen die Ergebnisse des wissenschaftlichen Begleitmonitorings beim »Mercator Talk Demokratie« im vollbesetzten ProjektZentrum Berlin vor.

Wie lässt sich Begegnung gestalten und Begegnungsarbeit konzeptualisieren? Nach Ansicht der wissenschaftlichen Begleitforschung braucht es dazu einige wichtige Leitplanken, um Begegnungsprojekte erfolgreich umzusetzen. Das Team der FernUniversität, das die fünfzehn Förderprojekte während der Projektumsetzung in 2024 und 2025 evaluierend begleitete und auf eine große Aufgeschlossenheit der Projektemacher/innen stieß, formulierte in seinem Einstiegsvortrag Gelingensbedingungen, die in der Praxis zu berücksichtigen sind.

Demnach müssen die gewählten Formate etwa an die Zielgruppe angepasst und niedrigschwellig gestaltet werden, wenn sie Nachfrage erzeugen sollen. Gleichzeitig sollten die Projektverantwortlichen über Kontextsensibilität, Gesprächsführungs- und interkulturelle Kompetenzen verfügen, um mit den Menschen vor Ort arbeiten zu können. Für die Kooperation mit Ortebetreibern braucht es zugleich klare Absprachen über Ressourcen, Zeitplanung und Verantwortlichkeiten.

Das Fazit der Forscher/innen macht Mut, entsprechende Initiativen zu starten, denn sie sind sich sicher, dass Begegnungsformate Vorurteile abbauen und gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken können. Dazu braucht es idealerweise einen moderierten Austausch, um auch konflikthafte Themen besprechen zu können und positive Gemeinschaftserfahrungen sichtbar zu machen. Die Wissenschaftler/innen fordern zudem, Strukturen für soziale Orte nachhaltig zu etablieren und entsprechende Ressourcen vorzuhalten. Hier gelte es, die Kooperationen u.a. zwischen Zivilgesellschaft, Politik, Verwaltung und Unternehmen auszubauen und zu verstetigen.

Ein Panel mit Vertreter/innen aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft lotete abschließend erste Ansätze für neue, dauerhafte Allianzen aus. Anknüpfend an das Vorgehen im Förderfonds »Begegnung und Zusammenhalt« wurde dabei auch die Möglichkeit von Praxis-Wissenschaft-Tandems in der Gestaltung von Begegnungsprojekten diskutiert. Diese arbeiten idealerweise von Beginn der Projektentwicklung an zusammen und verknüpfen eine klare Definition von Zielgrößen und begleitender Evaluationsarbeit mit dem unverzichtbaren Methodenwissen und Zielgruppenzugang der Praktiker/innen vor Ort.

Neben der Diskussion gab es Raum für persönlichen Austausch u.a. mit den Vertreterinnen und Vertretern der geförderten Projekte.