Kaffeeklatsch bei Bergmann’s

Mit dem »Kaffeeklatsch bei Bergmann’s« will die BürgerStiftung Erfurt an einem Ort des täglichen Lebens – der Bäckereifiliale um die Ecke – dafür sorgen, dass Menschen sich begegnen und miteinander ins Gespräch kommen. Die Gesprächsformate finden in Filialen einer lokalen Bäckereikette statt. Dafür sollen die Caféflächen genutzt und auch Gespräche in Warteschlangen »angezettelt« werden. Auf die spontanen Aktionen folgt ein Veranstaltungsformat, zu dem explizit eingeladen wird. Die Kundschaft der Bäckerei soll kontinuierlich angesprochen werden, um sie schrittweise in den Kontakt mit Menschen mit anderen Positionen und Meinungen zu bringen und so über die Zeit in ein größeres Dialogformat zu involvieren. Darüber hinaus wird angestrebt, Vereine und Initiativen in den jeweiligen Stadtvierteln und Quartieren anzusprechen und in das Projekt einzubinden.

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Neues aus dem Projekt

Können eine Tasse Kaffee und ein Gespräch die Welt ein klein wenig besser machen? Diese Frage stand am Anfang des Projekts »Kaffeeklatsch bei Bergmann’s«. Im Gespräch zeigt Projektleiterin Daniela Malz, wie Bäckereifilialen in Erfurt zu Orten der sozialen Verbundenheit werden und welch große Wirkung in kleinen Alltagsmomenten stecken kann.

Parks, Innenstädte oder Möbelhäuser sind Orte, an denen Menschen zusammenkommen – egal, ob sie sich kennen oder nicht. Doch wie kann dieses alltägliche Miteinander so gestaltet werden, dass es den Zusammenhalt fördert und unsere Demokratie stärkt? Die Stiftung Mercator hat genau diese Fragen mit dem Förderprogramm »Begegnung und Zusammenhalt« untersucht. Am 4. Dezember 2025 stellte das sozialpsychologische Forschungsteam der FernUniversität in Hagen die Ergebnisse des wissenschaftlichen Begleitmonitorings beim »Mercator Talk Demokratie« im vollbesetzten ProjektZentrum Berlin vor.

Während in den Erfurter Bäckereifilialen weiter über Gott und die Welt diskutiert wird, war »Kaffeeklatsch«-Projektleiterin Daniela Malz zu Gast in der Sendung »Im Gespräch« des Deutschlandfunk Kultur. In der Radiosendung berichtete sie zum Thema »Gutes Zusammenleben – Wie schaffen wir Orte der Begegnung?« von anfänglichen Hürden in der Umsetzung des »Kaffeeklatsches« und der Überzeugungsarbeit, die nötig ist, um einander fremde Menschen ins Gespräch zu bringen.

Schön war’s: Am 4. und 5. November 2024 hat im »Haus an der Redoute« in Bonn-Bad Godesberg das lang erwartete Vernetzungscamp im Förderfonds »Begegnung und Zusammenhalt« stattgefunden. Bei strahlendem Sonnenschein waren an beiden Tagen mehr als 30 gut gelaunte Menschen aus fast allen geförderten Projekten vor Ort am Start, um sich in lockerer Atmosphäre kennenzulernen und praktische Erfahrungen auszutauschen.

Immer dienstags und donnerstags verwandeln sich zwei Bäckereifilialen in Erfurt in quirlige Treffpunkte: dann wird der Kaffee nicht mehr allein mit einer Zeitung in der Hand getrunken oder nebenbei das Smartphone bedient, sondern der Austausch mit anderen Gästen gesucht. Und so kommt es, dass rüstige Rentnerinnen mit sprachlernenden Migranten über Gott, die Welt und über all das plaudern, was sie im Alltag vor Ort bewegt.