TauschHausMobil

Im mecklenburg-vorpommerischen Wangelin (80 Einwohner/innen) wurde im ehemalig leerstehenden Gebäude der Feuerwehr ein Tauschhaus eingerichtet, das jetzt in Form eines umgebauten Verkaufswagens auf Reisen geschickt wird. Es hält über fünf Monate hinweg ein- bis zweimal in der Woche an Plätzen in der Region, wo mobile Lebensmittelhändler rund um Wangelin ihre Waren verkaufen. In den Wartezeiten auf die Händler/innen, die bisweilen die einzigen Angebote des täglichen Bedarfs vor Ort darstellen, kommen die Menschen aus den Dörfern im öffentlichen Raum zusammen. Das Projektteam des FAL e.V. motiviert die Kund/innen bei Kaffee und Tee – sowie bei Kuchen eines kooperierenden Bäckers – rund um den Verkaufsvorgang dazu, Gegenstände und die mit ihnen verbundenen Geschichten mit anderen zu teilen. Durch das Tauschen und das Gespräch darüber entstehen alltagsnahe und vertrauensvolle Situationen zwischen Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen nicht mobil sein können oder wollen. Die Geschichten werden in einem Social-Media-Tagebuch gesammelt und in einer »Ausstellung der ertauschten Erfahrungen« im Tauschhaus in Wangelin präsentiert.

Zur Website des Projektträgers FAL e.V.

Neues aus dem Projekt

Parks, Innenstädte oder Möbelhäuser sind Orte, an denen Menschen zusammenkommen – egal, ob sie sich kennen oder nicht. Doch wie kann dieses alltägliche Miteinander so gestaltet werden, dass es den Zusammenhalt fördert und unsere Demokratie stärkt? Die Stiftung Mercator hat genau diese Fragen mit dem Förderprogramm »Begegnung und Zusammenhalt« untersucht. Am 4. Dezember 2025 stellte das sozialpsychologische Forschungsteam der FernUniversität in Hagen die Ergebnisse des wissenschaftlichen Begleitmonitorings beim »Mercator Talk Demokratie« im vollbesetzten ProjektZentrum Berlin vor.

Ein gutes Jahr lang war das TauschHausMobil im südlichen Mecklenburg-Vorpommern unterwegs: Montags in den Dörfern entlang der Lehm- und Backsteinstraße und Dienstags auf dem Wochenmarkt in Plau am See. Im Interview berichten Marion Eschenbach, Landschaftsarchitektin und Projektleiterin, sowie Michael Weser, Lehmbauer und Fahrer des umgebauten Postautos, welche Voraussetzungen das Projekt mit sich bringt und warum das Tauschen von Dingen als niedrigschwelliger Anlass zum Austausch von Geschichten so gut funktioniert hat.

Wenn in Mecklenburg-Vorpommern einmal pro Woche das TauschHausMobil des FAL e.V. durch die kleinen Dörfer entlang der historischen Lehm- und Backsteinstraße oder zum Plauer Wochenmarkt fährt, dann finden unterwegs nicht nur unerwartete Begegnungen und besondere Gespräche zwischen fremden Menschen im öffentlichen Raum statt, sondern auch mitgebrachte Gegenstände und ihre Geschichten eine neue Heimat.

Schön war’s: Am 4. und 5. November 2024 hat im »Haus an der Redoute« in Bonn-Bad Godesberg das lang erwartete Vernetzungscamp im Förderfonds »Begegnung und Zusammenhalt« stattgefunden. Bei strahlendem Sonnenschein waren an beiden Tagen mehr als 30 gut gelaunte Menschen aus fast allen geförderten Projekten vor Ort am Start, um sich in lockerer Atmosphäre kennenzulernen und praktische Erfahrungen auszutauschen.