Neues aus den Projekten

In 2024 und 2025 haben bundesweit 15 Pilotprojekte neue Ansätze für zivilgesellschaftliche Begegnungsarbeit an Alltagsorten wie z.B. Marktplätzen, Bäckereien, Straßenbahnen oder zentralen Stellen in Wohnquartieren erprobt. Hier berichten wir Umsetzungsschritte und Zwischenergebnisse und geben so einen Einblick in die vielfältige Projektpraxis.


 

metro_polis

Als reines Gesprächsformat in Dresden gestartet kooperiert der Verein metro polis e.V. mittlerweile mit Politik und Stadtverwaltungen, für die der Verein im laufenden Straßenbahnbetrieb Rückmeldungen zu stadtpolitisch relevanten Fragestellungen einholt. Mithilfe einer eigens entwickelten App werden hierzu unterschiedliche »Fahrgastgenerationen« miteinander ins Gespräch gebracht. Ideengeberin und Projekleiterin Kristina Krömer stellt in ihrem Beitrag die Methodik des Projekts vor.

Bella Park

Das Projekt BELLA PARK des Vereins gegen Müdigkeit e.V. bespielt eine urbane Grünfläche in der Nähe des Heidelberger Hauptbahnhofs, die jahrelang vernachlässigt wurde. Ziel ist es, den Ort gemeinsam und im Dialog mit den unterschiedlichen Nutzergruppen und der Nachbarschaft neu zu gestalten. Im Gespräch erläutern die Projektverantwortlichen Ute Seitz und Jasper Schmidt, was es dazu braucht.

Können eine Tasse Kaffee und ein Gespräch die Welt ein klein wenig besser machen? Diese Frage stand am Anfang des Projekts »Kaffeeklatsch bei Bergmann’s«. Im Gespräch zeigt Projektleiterin Daniela Malz, wie Bäckereifilialen in Erfurt zu Orten der sozialen Verbundenheit werden und welch große Wirkung in kleinen Alltagsmomenten stecken kann.

Ob vor Stadtteilbüros, in der Stadtbibliothek, im Einkaufszentrum oder am Rande des Wochenmarkts – die »Begegnungsinseln« des Freiwilligenzentrums Offenbach e.V. tauchen regelmäßig an unterschiedlichen Stellen im Stadtraum auf. Anhand kleiner interaktiver Formate, jedoch immer mit einem Fokus auf den Austausch zwischen den Gästen sorgen die spontan gebildeten »Inselgruppen« für ein gutes Klima unter den Stadtbewohner/innen. Getreu dem Motto: »Wer sich kennt, der grüßt sich.« Das Videoportrait zeigt exemplarisch die Umsetzung des Angebots vor dem Manufakturladen »Etagerie«.

Parks, Innenstädte oder Möbelhäuser sind Orte, an denen Menschen zusammenkommen – egal, ob sie sich kennen oder nicht. Doch wie kann dieses alltägliche Miteinander so gestaltet werden, dass es den Zusammenhalt fördert und unsere Demokratie stärkt? Die Stiftung Mercator hat genau diese Fragen mit dem Förderprogramm »Begegnung und Zusammenhalt« untersucht. Am 4. Dezember 2025 stellte das sozialpsychologische Forschungsteam der FernUniversität in Hagen die Ergebnisse des wissenschaftlichen Begleitmonitorings beim »Mercator Talk Demokratie« im vollbesetzten ProjektZentrum Berlin vor.

Nach zwei Jahren Förderfonds »Begegnung und Zusammenhalt« steht fest: Gesellschaftlicher Zusammenhalt braucht Begegnung und Dialog über unterschiedliche Milieus und soziale Grenzen hinweg. Das haben alle geförderten Projekte des Fonds im Rahmen ihrer Arbeit eindrucksvoll bestätigt. Vor diesem Hintergrund fasst der Autor Rainald Manthe in seinem Gastbeitrag anschaulich zusammen, wie Begegnung im Alltag gemeinsam gestaltet werden muss – und was das alles mit Demokratie zu tun hat.

Über die Tauschbox – ein feststehendes Gartenhäuschen – können die Einwohnerinnen und Einwohner des Bocholter Friedhofsviertels sowie alle Interessierten während fester Öffnungszeiten unterschiedlichste Gegenstände tauschen und miteinander ins Gespräch kommen. Die Tauschbox wird durch ein Team von Ehrenamtlichen begleitet, das regelmäßig zu Gemeinschaftsaktionen einlädt. Agnes Boeßner, Geschäftsführerin bei der Bundsarbeitsgemeinschaft der Seniorenbüros, und Andrea Unland, Vorstandsvorsitzende des Leben im Alter e.V. (L-i-A) und Projektleiterin, zeigen im Gespräch, wie sich die Tauschbox…

Mit dem Medium Spiel brachte der Verein leetHub St. Pauli e.V einander unbekannte Menschen an drei Kiosken ins Gespräch. Das Projektteam lud die Kundinnen und Kunden an Ort und Stelle dazu ein, spontan an einem vorbereiteten Spieletisch Platz zu nehmen und sich auf eine Partie Schach oder Backgammon und sein bzw. ihr Gegenüber einzulassen. Das Videoportrait zeigt, wie das Projekt »KioskConnection« an einem Kiosk in Hamburg-Altona umgesetzt wurde.

Das Projekt »Schweigen ist…« lädt die Menschen in Hannover dazu ein, sich schweigend zu begegnen und im Anschluss daran ins Gespräch zu kommen. Ein eigens gestalteter »Platz für Begegnungen« mitten in der Innenstadt ist Ausgangspunkt für die vielfältigen Aktionen des Cameo Kollektivs wie Silent Walk, Silent Gaming, Silent Picknick, Silent Date oder After Work Schweigen. Das Videoportrait zeigt, wie das gemeinsame Schweigen Menschen auch in einer geräuschvollen Umgebung miteinander verbinden kann.

Das Projekt »Platz der Kulturen« des Vereins Theater ImPuls e.V. förderte und gestaltete im Kölner Stadtteil Finkenberg Begegnungen im öffentlichen Raum mit kontinuierlichen Austausch- und vielseitigen kreativen Beteiligungsformaten – für und mit den dort lebenden Menschen. Projektleiter Uwe Fischer, Sozialarbeiter und Theaterpädagoge, sprach im Interview während der Praxisphase über Ziele, Herausforderungen und Erfolge der Projektarbeit.

Wie funktioniert gesellschaftlicher Zusammenhalt auf der Mikroebene? Und wie verlässt man seine Komfortzone zugunsten eines neuen Miteinanders? Die Kulturagent*innen Hamburg gehen diesen Fragen mit der Entwicklung einer Toolbox für freundliche Intervention in Alltagssituationen nach. Im praktischen Teil eines eigens gestalteten Symposiums erprobte das »Kontaktbooster«-Projektteam gemeinsam mit vielen interessierten Teilnehmerinnen und Teilnehmern künstlerische Interventionen an sieben Settings im Stadtraum.

Ein gutes Jahr lang war das TauschHausMobil im südlichen Mecklenburg-Vorpommern unterwegs: Montags in den Dörfern entlang der Lehm- und Backsteinstraße und Dienstags auf dem Wochenmarkt in Plau am See. Im Interview berichten Marion Eschenbach, Landschaftsarchitektin und Projektleiterin, sowie Michael Weser, Lehmbauer und Fahrer des umgebauten Postautos, welche Voraussetzungen das Projekt mit sich bringt und warum das Tauschen von Dingen als niedrigschwelliger Anlass zum Austausch von Geschichten so gut funktioniert hat.

Möten

»Möten« ist das schwedische Wort für »Begegnungen« und der Name eines generations- und kulturübergreifenden Begegnungsprojektes der Jumpers – Jugend mit Perspektive gGmbH, das über mehrere Monate in einem großen Einrichtungskaufhaus in Kassel-Waldau stattgefunden hat. Jumpers und IKEA organisierten als gemeinsame Gastgeber ab Januar 2024 alle zwei Wochen ein abwechslungsreiches Begegnungsangebot. Mit dabei: sowohl lokale Persönlichkeiten aus den Bereichen Politik, Sport oder Gesellschaft, die mit ihren Beiträgen in ein gesellschaftlich relevantes Thema einführten und mit den Gästen…

Der Cameo Kollektiv e.V. aus Hannover bespielt seit Juni am zentralen Opernplatz in der Hannoveraner Innenstadt einen »Platz für Begegnungen«. Der partizipativ entwickelte Ort setzt auf eine Zeit des Schweigens als Einstieg für Begegnung und Gespräche. Der NDR hat das Begegnungsprojekt »Schweigen ist Gold« für einen kleinen Beitrag im Niedersachsen-Magazin besucht.

Während in den Erfurter Bäckereifilialen weiter über Gott und die Welt diskutiert wird, war »Kaffeeklatsch«-Projektleiterin Daniela Malz zu Gast in der Sendung »Im Gespräch« des Deutschlandfunk Kultur. In der Radiosendung berichtete sie zum Thema »Gutes Zusammenleben – Wie schaffen wir Orte der Begegnung?« von anfänglichen Hürden in der Umsetzung des »Kaffeeklatsches« und der Überzeugungsarbeit, die nötig ist, um einander fremde Menschen ins Gespräch zu bringen.

Beim mehrwöchigen Baufestival von Bunte Kuh e.V. erschaffen Kinder und Erwachsene nach eigenen Entwürfen frei modellierte, begehbare Räume und Skulpturen aus Lehm. Das Projektteam lädt benachteiligte Menschen ebenso wie Schulklassen gezielt auf die Lehmbaustelle in den Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg ein, viele Teilnehmer/innen werden darüber hinaus spontan für eine Mitarbeit gewonnen. Das Videoportrait zeigt, wie das Projekt »Gemeinsame Erde« das Bedürfnis nach Kooperation bei Menschen mit ganz unterschiedlichen Hintergründen anspricht und sie im kreativen Tun vereint.

Für viele mag ein Marktstand vor allem eines sein: ein Ort zum Kaufen und Verkaufen. Doch der »Stand der Dinge« des Mütter- und Familienzentrums e.V. (Müfaz) in Bad Nauheim hat etwas anderes »im Angebot«. Seit dem Projektstart im Frühjahr 2024 ist das Team um Florian Jung regelmäßig vor dem Schuckhardtbrunnen auf dem Aliceplatz anzutreffen – ohne Waren, dafür aber mit Gesprächen und Begegnungen. Wie fällt die erste vorläufige Bilanz nach einem Jahr Begegnungsarbeit auf dem Wochenmarkt aus?

metro_polis

Das Projekt »metro_polis« initiiert im normalen Alltagsbetrieb sächsischer Straßenbahnen Gespräche zwischen den Fahrgästen. Ausgehend von der Landeshauptstadt Dresden ist der Verein metro polis e.V. mittlerweile auch in Leipzig, Chemnitz und im Regionalbahnverkehr regelmäßig mit ihren »Gesprächsabteilen« vertreten. Das Videoportrait zeigt das Vorgehen des Projektteams von der Ansprache der Fahrgäste bis zur Moderation und Auswertung der Gespräche. Es wird deutlich, warum der Fokus auf persönliche Erfahrungen so wichtig für einen gelingenden Austausch ist.

Gamechanger

Jeden Mittwoch um 15 Uhr bereiten Projektleiterin Annett Ochla und Laura Kießling die wöchentlichen Spieletreffen im KreativSpace, einer Musterwohnung der Wohnungsbaugenossenschaft Brandenburg eG (WBG), vor. Auch wenn der Treffpunkt des Begegnungsprojektes in Brandenburg-Hohenstücken über den Winter nach drinnen wechseln musste, kommen die Spiel- und Plauderbegeisterten aus der Nachbarschaft verlässlich bereits dreißig Minuten vor Beginn, um beim Decken des Tisches mit Gesellschaftsspielen, Kaffee und mitgebrachtem Kuchen zu helfen. Und noch bevor die Würfel fallen, bringt man sich auf den…

Mit dem Projekt »AUF DIE PLÄTZE, FERTIG, LOS!« regt der Verein Gesellschaftsdenken e.V. in der Stadt Zeitz zu alltagsnahen Diskussionen über Werte und Politik an. Ein begehbarer Kubus aus Gerüstbauteilen bildet das architektonische Zentrum des Vorhabens. Das Videoportrait zeigt, wie das Projektteam mit der Methode des »Fadenspiels« einen niedrigschwelligen Austausch unter den Bewohnerinnen und Bewohnern der Stadt initiiert – und wie das Baugerüst nach und nach mithilfe bunter Bindfäden zu einem Gemeinschaftskunstwerk gestaltet wird.

Ein Projekt des Vereins Theater ImPuls e.V. fördert und gestaltet im Kölner Stadtteil Finkenberg Begegnungen im öffentlichen Raum mit kontinuierlichen Austausch- und vielseitigen kreativen Beteiligungsformaten – für und mit den dort lebenden Menschen. Nach dem sommerlichen Start im öffentlichen Raum wird das Projekt in der kalten Jahreszeit in einem leerstehenden Ladenlokal fortgeführt.

Werkelnde Kinder und staunende Passant/innen verschmelzen in der Bahnhofspassage Wilhelmsburg zu einem großen Wimmelbild, wenn der Bunte Kuh e.V. jeden Sommer für sechs Wochen seine Lehmbaustelle öffnet. Der in Hamburg weithin bekannte gemeinnützige Verein ist seit vielen Jahren in sozial benachteiligten Hamburger Stadtteilen aktiv und setzt mit seinen kostenlosen und niedrigschwelligen Baukunst-Aktionen auf eine breite Teilnahme aus allen Milieus. Groß und Klein kommen hier zusammen, um gemeinsam bis zu vier Meter hohe Skulpturen aus Lehm zu formen.

Wie lassen sich alltägliche Situationen inszenieren, die aus einer losen und zufälligen Zusammenkunft eine Komplizenschaft und Zusammenarbeit notwendig machen? Dieser Fragestellung geht ein Begegnungsprojekt des Vereins Kulturagent*innen Hamburg e.V. nach. In »Laboren für Realitätserweiterung« wird auf freundliche Weise Kontakt provoziert. Das Projekt startete mit choreografierten Busfahrten, auf denen Schüler/innen die Fahrgäste mit der Methode des Unsichtbaren Theaters in Interaktion und Austausch brachten.

Ein Hamburger Projekt nutzt Kioske als beliebte Treffpunkte, um Nachbarinnen und Nachbarn, Kundinnen und Kunden spielerisch zusammenzubringen. Mit einem Stapel Spiele, einladenden Sitzgelegenheiten und moderierten Treffen entsteht so ein Raum für zufällige Begegnungen, der Brücken zwischen den unterschiedlichen Menschen im Kiez bauen will.

In Bad Nauheim wird der aktuelle »Stand der Dinge« immer zweimal in der Woche ermittelt. Nämlich immer dann, wenn das gleichnamige, vom Mütter- und Familienzentrum e.V. initiierte Angebot dienstags und freitags lebendiger Teil des Wochenmarkts in der Bad Nauheimer Innenstadt ist. Seitdem erproben die Aktiven auf vielerlei Weise, welche Möglichkeiten der Markt für Begegnung und Dialog einander fremden Menschen bietet.

Weiterlesen

Bella Park

Das Projekt »Bella Park« des Vereins gegen Müdigkeit e.V. bespielt eine urbane Grünfläche in der Nähe des Heidelberger Hauptbahnhofs, die jahrelang vernachlässigt wurde. Ziel ist es, den Ort gemeinsam mit den unterschiedlichen Nutzergruppen, der Nachbarschaft und weiteren Stadtbewohner/innen neu zu gestalten. Das Videoportrait zeigt, wie rund um einen »Gesellschaftskiosk« Begegnung und Austausch gestaltet werden.

Die Tauschbox in Bocholt hat sich seit ihrer Vorstellung im September 2024 bereits zu einem festen Treffpunkt im Quartier entwickelt. Schon am Eröffnungstag kamen bei strahlendem Sonnenschein rund 100 Menschen jeden Alters im Friedhofsviertel zusammen, um das neue, von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenbüros (BaS) initiierte Angebot gebührend zu feiern. Bei Kaffee, Kuchen und Kinderschminken wurden sofort erste Kontakte geknüpft, Alltagsgegenstände gespendet und Spielsachen getauscht.

Wie wäre es, sich einmal bewusst zum Schweigen zu verabreden? Ohne Worte, einfach nur gemeinsam still sein. Die Annahme: Begegnung entsteht nicht nur durch Worte, sondern auch durch geteilte Momente der Stille. Um das zu testen das Cameo Kollektiv seit Projektbeginn im April 2024 in Hannover verschiedene Interventionen im öffentlichen Raum durchgeführt. Diese wurden begleitet von einer mehrsprachigen Umfrage und Gesprächen mit Akteur/innen der Stadtgesellschaft. Das Ziel: herauszufinden, wie Schweigen als Methode genutzt werden kann, um Vertrauen und Gemeinschaft zu fördern.

Wenn in Mecklenburg-Vorpommern einmal pro Woche das TauschHausMobil des FAL e.V. durch die kleinen Dörfer entlang der historischen Lehm- und Backsteinstraße oder zum Plauer Wochenmarkt fährt, dann finden unterwegs nicht nur unerwartete Begegnungen und besondere Gespräche zwischen fremden Menschen im öffentlichen Raum statt, sondern auch mitgebrachte Gegenstände und ihre Geschichten eine neue Heimat.

Schön war’s: Am 4. und 5. November 2024 hat im »Haus an der Redoute« in Bonn-Bad Godesberg das lang erwartete Vernetzungscamp im Förderfonds »Begegnung und Zusammenhalt« stattgefunden. Bei strahlendem Sonnenschein waren an beiden Tagen mehr als 30 gut gelaunte Menschen aus fast allen geförderten Projekten vor Ort am Start, um sich in lockerer Atmosphäre kennenzulernen und praktische Erfahrungen auszutauschen.

Im Rahmen des partizipativen Ausstellungsprojekts »AUF DIE PLÄTZE, FERTIG, LOS!« hat der Zeitzer Altmarkt diesen Sommer für vier Wochen seine Form verändert. Rund um einen Kubus aus Gerüstbauteilen hat das Projektteam vom Verein Gesellschaftsdenken e.V. mit der Hilfe von 60 Ehrenamtlichen aus verschiedenen Teilen Deutschlands den Platz aktiviert. Wer sich vom ungewohnten Anblick der Architektur anlocken ließ, konnte ein wechselndes kulinarisches und kulturelles Angebot entdecken. Doch erst im begehbaren Inneren des Kubus wurde auf zwei Stockwerken der Kern des Projekts, ein Meinungsspiel zum…

Immer dienstags und donnerstags verwandeln sich zwei Bäckereifilialen in Erfurt in quirlige Treffpunkte: dann wird der Kaffee nicht mehr allein mit einer Zeitung in der Hand getrunken oder nebenbei das Smartphone bedient, sondern der Austausch mit anderen Gästen gesucht. Und so kommt es, dass rüstige Rentnerinnen mit sprachlernenden Migranten über Gott, die Welt und über all das plaudern, was sie im Alltag vor Ort bewegt.

Gamechanger

Ob Mau-Mau, Rommé oder Mensch ärgere dich nicht: In Brandenburg an der Havel werden einmal in der Woche die Karten und Würfel neu gemischt. Und zwar immer dann, wenn sich die Nachbarinnen und Nachbarn im Wohnquartier Hohenstücken unter freiem Himmel zum gemeinsamen Spielen verabreden. Für eine bunte Vielfalt an Brett-, Gesellschafts- und Outdoorspielen sowie einen großen Schwung guter Laune ist dabei stets gesorgt.

Bella Park

Ratternde Nähmaschinen, hüpfende Tischtennisbälle, lautes Lachen oder konzentrierte Stille: seit Anfang April gehört all das fast schon zum Alltag im Heidelberger »Bella Park«. Dabei ist der Park mehr als ein Ort, an dem Veranstaltungen stattfinden. Hier treffen sich unterschiedlichste Menschen: Babys und Opis, Wohnungslose und wohlhabende Bürgerinnen, Punks und Versicherungsangestellte, Ur-Heidelberger und Geflüchtete. Gemeinsam entsteht so auf einer öffentlichen Grünfläche zwischen Heidelberger Hauptbahnhof und Römerkreis ein Park für alle.

Das Freiwilligenzentrum Offenbach ist mit einem neuen Projekt in den Frühling gestartet – den Begegnungsinseln. Los ging’s auf dem Märktchen am Goetheplatz, wo auf knallorangenen Kisten neugierige Menschen Platz nehmen konnten, um miteinander ins Gespräch zu kommen. Sogar das Fernsehen war schon da.

metro_polis

In Dresden und Leipzig fährt regelmäßig eine Straßenbahn, die fremde Menschen miteinander ins Gespräch bringt. Dann unterhalten sich Geflüchtete aus der Ukraine mit Einwanderern aus Russland oder Hooligans mit Pazifisten. Und manchmal steigt sogar ein Bundeskanzler ein.

Weiterlesen